Der Untergang von „L 19“


„L 19 trifft sein Schicksal in der Nordsee“

Diese Darstellung aus einer britischen Zeitschrift zeigt das in der Nordsee notgelandete deutsche Luftschiff „L 19“ und die Besatzung des englischen Fischkutters „King Stephen“. Der Kapitän des Fischkutters hatte es abgelehnt die Deutschen zu retten, da diese seiner Mannschafft zahlenmäßig überlegen seien.
Nachdem das Wrack des Luftschiffes gesunken war, ertrank dessen gesamte Besatzung.

Deutsche Berichte vom 4. Februar 1916  über den Verlust von „L 19“:

Berlin, 4. Februar 1916. 

Das Marineluftschiff „L 19“ ist von einer Aufklärungsfahrt nicht zurückgekehrt. Die angestellten Nachforschungen blieben ergebnislos. Das Luftschiff wurde nach einer Reutermeldung am 2. Februar von dem in Grimsby beheimateten englischen Fischdampfer „King Stephan“ in der Nordsee treibend angetroffen, Gondeln und Luftschiffkörper teilweise unter Wasser; die Besatzung befand sich auf dem über Wasser befindlichen Teil des Luftschiffes. Die Bitte um Rettung wurde von dem englischen Fischdampfer abgeschlagen unter dem Vorgeben, daß seine Besatzung schwächer sei als die des Luftschiffes. Der Fischdampfer kehrte vielmehr nach Grimsby zurück.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Zu der letzteren Meldung bemerkt die „Frankfurter Zeitung“: 
In denselben Tagen, da alle Zeitungen voll sind von den Nachrichten über das köstliche Abenteuer, das einige zwanzig deutsche Seeleute auf dem englischen Dampfer „Appam“ bestanden haben, da alle Welt sich den Kopf zerbricht, wie es nur möglich sei, daß ein paar deutsche Matrosen, geführt von einem jungen Leutnant, über 400 kräftige, normale Menschen auf deren eigenem Schiff als Gefangene über den Ozean schleppen konnten, in denselben Tagen, da Freund und Feind mit unverhohlenem Respekt von diesen wackeren Leuten liest und spricht, kommt uns die Kunde, daß die Besatzung eines englischen Fischdampfers nicht den Mut gefunden haben will, die Mannschaft eines schiffbrüchigen deutschen Zeppelins an Bord zu nehmen, weil die Unglücklichen, die nichts mehr bei sich trugen als ihr nacktes Leben, um ein paar Köpfe zahlreicher waren als die biederen Schiffersleute. Wozu viele Worte. Waren es Feiglinge oder Verbrecher. Wir wissen es nicht, ob die kühnen Taten unserer deutschen Seeleute unseren Gegnern oder manchen von ihnen so in die Glieder gefahren sind, daß sie sich unseren Matrosen nicht einmal zu nähern wagen, wenn diese mit dem Tode ringen. Die Engländer wollten sich wohl nicht der Gefahr aussetzen, von den Geretteten nach Deutschland entführt zu werden. Aber gab es dagegen kein Schutzmittel? Oder waren die Fischer aus Grimsby von ähnlichem Schlag wie das Gesindel von der „Baralong“ Man sagt, man habe in England viel Verständnis für die Helden der „Möwe“ gezeigt. Wenn die Freude am „guten Sport“ echt ist, dann sollte es nicht ausbleiben, daß man jenseits des Kanals diese Fischer der Verachtung preisgibt.

Der Fischkutter „King Stephen“ wurde später durch deutsche Seestreitkräfte versenkt und dessen Besatzung gefangengenommen: Deutsche Meldung vom 26. April 1916

Einen interessanten Text über den Verlust von „L 19“ finden Sie auf den Seiten des Zeppelin- und Garnisonsmuseums Tondern: Die Tragödie von „L 19“

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Eine Antwort to “Der Untergang von „L 19“”

  1. Luftschiffharry Says:

    Die Geschenisse um den Untergang des Marineluftschiffes L 19 sind nicht nur ein Beispiel von schlechter Seemannschaft, sondern auch ein Kriegsverbrechen. Der Kapitän der „King Stephen“ handelte aber vermutlich nicht in Angst und Panik, sondern hatte „gute“ Gründe für seine Tat. Mehr dazu findet sich auf der angegebenen Webseite

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